Erste Parkour-Basis-Trainer Ausbildung am 11.-13. März 2011 in München

Ein Trio aus Andi Müller, Flo Kögler und John Lehnert brachte letztes Wochenende ein Baby zur Welt – die erste Parkour-Basis-Trainer Ausbildung! 19 Leute aus ganz Deutschland haben bei der Entbindung geholfen. Wir hoffen, dass das Baby groß und stark wird und noch vielen Menschen hilft, ihr Potential zu realisieren.
Die Parkour-Basis-Trainer Ausbildung ist für alle Interessenten gedacht, die die Sportart bzw. Bewegungskunst Parkour technisch, methodisch und philosophisch korrekt vermitteln wollen.
Das Programm am 11.-13. März 2011 bestand aus vier Modulen. Jedes Modul reflektierte einen Inhalt, den jeder Parkour-Trainer beherrschen soll.
Die Ausbildung hat am Freitag früh mit dem praktischen Seminar zum Lehrverhalten angefangen.
Zwölf Teilnehmer, die Parkour als Hobby machen, aber keinen Übungsleiterschein besitzen, haben sich in der Rolle eines Trainers ausprobieren können. Der Sinn des Moduls 1 bestand darin, dass diejenigen, die den Sport machen, auch erfahrene Traceure, die meisten Bewegungen automatisch ausführen, diese aber nicht methodisch erklären können, oder damit Probleme haben, vor der Gruppe zu sprechen. Jede zehnminütige Lehrprobe wurde gleich diskutiert, so dass die zukünftigen Parkour-Coaches ihre individuellen pädagogischen Fertigkeiten verfeinern konnten.
Freitagnachmittag folgte das Modul 2, theoretisches Seminar: Parkour/Freerunning.
Außer der technischen Feinheiten der einzelnen Bewegungen waren solche Themen im Fokus wie Entstehung und Philosophie von jeweils Parkour und Freerunning; allgemeine sportwissenschaftliche sowie methodische Aspekte, die für die beiden Bewegungskünste relevant sind; Besonderheiten des Parkour-Unterrichts in der Schule u.a.
Am nächsten Tag kam das Modul 3 an die Reihe. Dem praktischen Seminar: Parkour/Freerunning in der Halle wurde der ganze Samstag gewidmet.
Nach einem gemeinsamen Aufwärmen hat jeder Teilnehmer eine Bewegung präsentiert, indem insbesondere auf die methodische Seite geachtet wurde. Jeder Präsentation folgte eine Diskussion, geleitet vom kompetenten Ausbilderteam.
Der Sonntag hat mit der schriftlichen Prüfung angefangen.
Die Basis für die Prüfung hat sich aus den Inhalten des speziell für die Parkour-Basis-Trainer-Ausbildung ausgearbeiteten Skripts und den in Modulen 1-3 angesprochenen Themen summiert.
Während das Ausbilderteam die Prüfungsbogen korrigierte, genoßen die Sportler eine Art bayrisches Frühstück: Brezen, Obazda und Radieschen.
Anschließend folgte der zweite Teil des Moduls 3: kreativer Aufbau einer Parkour/Freerunning-Landschaft.
Vier Gruppen aus je 4 bzw. 5 Auszubildenden haben innerhalb von ca. 30 Minuten ein Komplex aus allen zugänglichen
Schulsportgeräten aufgebaut und dem Rest der Gruppe präsentiert. Nach der Präsentation hatten die leidenschaftlichen Traceure Zeit die Kreativität ihrer Kollegen zu genießen. Da konnten auch die Ausbilder nicht widerstehen!
Vor dem Outdoor Training gab es einen Sandwich zum Selbstbasteln, allerlei Salate mit einer Menge Vitaminen, aber auch ein paar Süßigkeiten zum Naschen.
Am Nachmittag kam die Ausbildung zu ihrem (laut Befragung) erlebnisreichsten Teil - Modul 4: Parkour/Freerunning im Freien.
Die Gruppe setzte das neue Wissen und Können in der für Parkour authentischen Umgebung ein.
Die Ausbildung endete mit einer mündlichen Prüfung, nach der jeder frisch geprüfte Parkour-Basis-Trainer eine Teilnahmebescheinigung erhalten hat.
Es ist klar, dass der zeitliche Rahmen der Ausbildung zu knapp war, um aus einem Laien einen Parkour Trainer schaffen zu können. Es wurden lediglich Basisnhalte vermittelt, die sich dann an das Wissen und Können jedes einzelnen Teilnehmers, sei es ein praktizierender Traceur oder ein zertifizierter Übungsleiter, anknüpfen sollten. Jedoch gilt die Parkour-Basis-Trainer Ausbildung als der erste Schritt auf dem noch langen Weg, an dessen Ende man sich einen Parkour-Trainer nennen kann. Die Grundvoraussetzung ist selbstverständlich die regelmäßige Praxis und bewusste Erkenntnis des Ideenhintergrunds von Parkour und Freerunning.
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